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Österreichischer Schwerhörigenbund
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Durchbruch: Haarzellen mittels Gentherapie hergestellt

Mittels Gentherapie gelang es amerikanischen Forschern erstmals, die feinen Haarzellen, welche sich im Ohr befinden und für die Aufnahme von Geräuschen unabdingbar sind, in Mäusen zu züchten.

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Die Forscher glauben, dass der Durchbruch zu weiteren Entwicklungen bezüglich zukünftiger Behandlungsmethoden bei Schwerhörigkeit führen kann.
”Unsere Arbeit zeigt, dass es möglich ist, völlig funktionstüchtige Sinneshaarzellen, die sich in der Cochlea von Säugetieren befinden, zu züchten”, so John Brigande, assistierender Professor für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Oregon Health and Science University in Portland, Oregon.

Brigande und seinem Team gelang es erstmals, die Innenohrhaarzellen von Mäusen mittels Gentherapie zu züchten.

Gene stimulieren Haarzellenwachstum
Mittels eines Virus gelang es den Forschern, ein Gen in den Mäusefetus zu schleusen. Das Gen Atoh 1 regt das Wachstum der Haarzellen an und dadurch entstanden überdurchschnittlich viele dieser Zellen im Ohr der Maus nach der Geburt.

Diese Methode könnte der erste Schritt zur Wiederherstellung des menschlichten Gehörsinns sein, wenn dieser durch defekte oder fehlende Sinneshaarzellen beeinträchtigt ist. „Doch bis zur klinischen Nutzung dieser Forschungsergebnisse ist es noch ein weiter Weg“, so Brigande. Sein nächstes Forschungsprojekt ist ein Versuch, den Hörsinn von Mäusen mittels Gentransplantation wieder herzustellen.

Auf längere Sicht kann die Gentherapie in Kombination mit Stammzellenforschung kombiniert werden, so die Times, UK. Im Bereich der Stammzellenforschung wurden ebenfalls vielversprechende Resultate in Bezug auf eine Möglichkeit der Wiederherstellung des Gehörsinns geschaffen.

Quellen: www.abc.net.au; independent.co.uk; timesonline.co.uk (9.2.2009)