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Österreichischer Schwerhörigenbund
DACHVERBAND

Logopädie bei kindlichen Hörstörungen

Frühestmögliche Diagnose einer Hörstörung und entsprechende therapeutische Behandlung vor allem auch auf logopädischer Basis sind unabdingabare Voraussetzungen für die positive Sprachentwicklung hörbeeinträchtigter Kinder.

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Das Ohr ist psychologisch gesehen, das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Es dient der sprachlichen Kommunikation, ohne die der Mensch von der Gesellschaft ausgeschlossen wäre.

„In Österreich werden jährlich ca. 100 Kinder mit Hörschädigung geboren“(Finckh-Kraemer U, 1998,46) Aufgrund des flächendeckenden Einsatzes des Neugeborenen-Hörscreenings ist die Früherkennung einer Hörstörung gesichert und damit eine Hörgerätversorgung des Neugeborenen ab dem 1. Lebensmonat möglich. Das Hörscreening ersetzt jedoch keinesfalls die laufende Ãœberprüfung des Hörvermögens, da Hörstörungen auch im Kleinkind- und Kindesalter auftreten können. Die Sprache ist dem Menschen nicht angeboren sondern wird vom ersten Lebenstag an erworben. Ein normales Hörvermögen ist eine Voraussetzung für den Spracherwerb. „Zu hören beginnt das Ungeborene bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche, Reaktionen auf akustische Reize erfolgen ab der 22. Schwangerschaftswoche.“ (Friedrich et al, 2005) Das Ungeborene nimmt den Herzschlag der Mutter, aber genauso laute Schallereignisse außerhalb des Mutterleibes wahr. Als Neugeborenes erschrickt es bei lauten Geräuschen, mit drei Monaten wendet es den Kopf einer Schallquelle zu, lässt sich  durch leises Sprechen und Singen beruhigen und erkennt die Stimmen seiner Bezugspersonen. Im Alter von ca. einem halben Jahr beginnt die Phase der Nachahmung von  eigenen und fremden Geräuschen, Lauten und Wörtern.

(...)

Logopädische Diagnostik, Beratung und Therapie nimmt in der Betreuung des hörauffälligen bzw. hörgeschädigten Kindes und seinen Eltern eine zentrale Rolle ein. In interdisziplinärerer Zusammenarbeit ist die Logopädin mit verantwortlich dafür, dass sensible Phasen, also Zeitfenster, innerhalb derer Reifungsprozesse ablaufen, optimal zur Versorgung mit Hörhilfen und zum Spracherwerb genützt werden. Das primäre Ziel in der logopädischen Therapie muss es sein, das Kind zu einer bestmöglichen Kommunikations- und Dialogfähigkeit zu führen, um ihm eine Integration in die Welt der Hörenden zu ermöglichen. Es gibt dennoch Gründe für eine kombinierte, bilinguale Sprachtherapie, vor allem für Kinder schwerhöriger oder gehörloser Eltern.

Den gesamten Fachartikel dieses Textauszuges von Logopädin Heike Münch finden Sie in der ÖSB-Zeitschrift Sprach-R-ohr Ausgabe 3.09!
 

 

 Diese Ãœbersichtstafel zur Information für Eltern mit dem Titel "Wie spricht mein Kind?", zur Verfügung gestellt vom Berufsverband "logopädieaustria", ist als pdf-Datei erhältlich unter pressestelle@oesb-dachverband.at