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Österreichischer Schwerhörigenbund
DACHVERBAND

Welle von Schwerhörigen auf dem Vormarsch!

Ein höheres Lebensalter, mehr ältere Menschen generell und die gefährlichen Gewohnheiten junger Menschen, ihren MP3-Player oder iPod sehr laut und viel zu lang zu hören, bedeuten einen deutlichen Anstieg der Anzahl von Menschen mit Hörverlust. In Neuseeland hat sich die Zahl der Vorfälle bereits verdoppelt.

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Eine neue Studie, durchgeführt von Wissenschaftlern der American Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland,  zeigt auf, dass wir einer Welle von Schwerhörigkeit ins Auge sehen müssen. Die Studie ergab, dass 8,5 Prozent der Menschen zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und 17 Prozent der Erwachsenen zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr betroffen sind. Lärm am Arbeitsplatz, Lärm durch Schüsse und besonders laute Musik sind die Hauptursachen für die ansteigende Anzahl der Vorfälle von Hörverlust in diesen Altergruppen. Schwerhörigkeit ist auch eine Erscheinung des Alters. Der Anstieg des Durchschnittsalters und der zunehmende Gebrauch von Musikabspielgeräten verursachen gemeinsam diese epidemieartige Verbreitung von Schwerhörigkeit in den USA.

Gefährliche Gewohnheiten

Eine weitere, kürzlich durchgeführte Untersuchung der American Speech-Language-Hearing Association zeigte, dass die Hörgewohnheiten junger Menschen völlig aus dem Bereich des gesunden fallen. Mehr als die Hälfte der befragten Highschool Studenten hatte mindestens einen der Vorboten von Hörverlust erlebt. Zu diesen Vorboten gehört ein Klingeln in den Ohren, das Bedürfnis, den Fernseher immer weiter aufzudrehen und oft nachfragen zu müssen, was eben gesagt wurde.

Der tägliche Gebrauch von iPods, MP3-Playern und Laptops kann Ursache dieser Symptome sein. Aber auch die die Dauer des Gebrauchs dieser Geräte, die immer weiter ansteigt, kann Hörverlust verursachen. Hinzu kommt die Lautstärke: Zwei von drei Jugendlichen hören ihre persönlichen Musikabspielgeräte mit hoher Lautstärke und 13 Prozent mit sehr hoher Lautstärke.

Kosten verdoppelt

Neuseelands staatliches Institut für Schadensersatz bei Unfällen (Institute Accident Compensation Corporation, ACC), ist ebenfalls wegen der Welle von Schwerhörigkeit in Alarmbereitschaft. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Ausgaben für Hörgeschädigte in Neuseeland verdoppelt. Einer Untersuchung der Neuseeländischen Vereinigung der Tauben zufolge, haben sieben von zehn Einwohnern vor dem 30. Lebensjahr Anzeichen von permanentem Gehörverlust nach exzessivem Musikhören erlebt.

Das Institut, Australian Hearing, hat in einer Studie veröffentlicht, dass 60 Prozent der Besitzer von persönlichen Musikabspielgeräten, diese mit einer Lautstärke hören, die die empfohlene Grenze übersteigt.

In England ergab eine Studie, dass 39 Prozent der Jugendlichen zwischen dem 18. und 24. Lebensjahr mehr als eine Stunde täglich Musik hören. 42 Prozent gaben dabei an, dies mit gefährlich hoher Lautstärke zu tun.

Einer von fünf französischen Jugendlichen leidet unter einer Schwerhörigkeit. In Italien gehen die Ärzte davon aus, dass es in eineigen Jahren jeden Dritten betrifft.

Frührente

„Jetzt muss gehandelt werden. Die junge Generation bedarf mehr Aufklärung bezüglich der, von Musik ausgehenden, Gefahr. Nur eine grundlegende Änderung der Gewohnheiten kann  die steigende Anzahl von Schwerhörigen in der kommenden Generation der 30 bis 40 Jährigen aufhalten. Momentan ist die Wissenschaft noch nicht in der Lage, altersbedingten Hörverlust zu heilen, doch wir können junge Menschen mehr auf den Gehörsinn aufmerksam machen und über Folgen von zu langem und zu lautem Musikhören aufklären. Deshalb betreiben wir die Homepage http://www.german.youth.hear-it.org/ und www.youth.hear-it.org, die sich direkt an junge Menschen richtet”, so Kim Ruberg, Generalsekretär von hear-it. “Wenn es uns jetzt nicht gelingt, diese schlechten Angewohnheiten zu ändern, wird daraus ein sehr kostspieliges Problem entstehen - sowohl für die einzelnen Betroffenen, als auch für die Gesellschaft. Denn Hörverlust hat auch schwere Auswirkungen auf das Sozialleben sowie den physiologischen Zustand der Betroffenen. Wir wissen, dass unbehandelter Hörverlust auch das Familienleben beeinflusst und im Extremfall zerstören kann. Doch auch im Berufsleben sind Konsequenzen zu erwarten, denn Schwerhörigkeit kann die Betroffenen vorzeitig in den Ruhestand bringen“.

Quelle: http://www.german.hear-it.org/